25 Jan
2012
Nachdem wir kurz berichtet hatten, dass wir nicht an die Loyalität der Kunden glauben, hat dies doch zu Posts geführt und das Interesse der Leser geweckt.
Zuerst einmal: wann endet die Loyalität, bzw. geht der Kunde weg?
Dazu zwei Erfahrungswerte:
a) zum einen wissen wir aus verschiedenen Projekten, dass sich Kunden abwenden, wenn sich die Lebensumstände ändern - ganz nach der Lebenszykluskurve: Beginn der Lehre, Auszug aus dem Elternhaus, Heirat, Kinder, aber auch Scheidung, Kinder verlassen das Haus oder Tod des Lebenspartners.
Dies ist ein heikler Moment, um Kunden zurück zu holen, weil man als Firma die persönlichen Momente nicht kennt: der Kunde braucht einfach keine 2 Autos mehr, er benötigt keine Hausratversicherung mehr, wenn er ins Ausland zieht, er joggt nicht mehr, sondern golft...
Also warum sich dann die Mühe geben, diese Kunden wirklich wieder zurück zu holen?
b) zu 68% werden Kunden wegen ungenügendem Service oder schlechter Beratung untreu (DirectExpert online, Jerry Wilson, Mund-zu-Mind-Marketing, verlag mi).
Doch dann ist es meistens zu spät, denn sie haben sich bereits beim Konkurrenten vertraglich für ein Service-Abo verpflichtet. Bzw. wäre es oftmals sinnvoller, den verlorenen Kunden erst einmal in Ruhe zu lassen, damit er erlebt, dass auch bei der Konkurrenz nicht immer alles Gold ist, was einem versprochen wird. Dh. dass man für eine direkte Kundenrückgewinnung manchmal besser etwas warten sollte.
Nichts desto trotz: die Adresse verlorener Kunden bleiben wertvoll. Unsere Empfehlung: Versenden eines Fragebogens, auf den er antworten kann - ohne Druck eines Beraters oder Call Center Agents.